Alexander Ruhe: Unterartikel zu: 1940-42 - Hans und Heini schreiben nach Hause. Koppellack.  Oktober 2026

Ein Artikel aus der Reihe: Frankfurter Zeitungs-Archäologie

Der frischeingezogene Rekrut Hans schreibt an seine Eltern in Frankfurt, sie mögen ihm bitte Koppellack schicken. Die Koppel waren/sind der Gürtel des Soldaten und alle daran hängenden Lederteile, wie das Bajonettfutter und Munitionstaschen. Bei Offizieren war das Leder braun, bei einfachen Soldaten aber schwarz.

Sicherlich hat die Wehrmacht ihren Rekruten Putzmaterial zur Verfügung gestellt und diese mussten das nicht privat kaufen. Entweder war Hans also eitel, mit dem zur Verfügung gestellten Putzzeug unzufrieden oder - am wahrscheinlichsten - der junge Rekrut, noch ganz neu in der Kaserne, hat sich nicht getraut einen Vorgesetzten nach Lederfarbe zu fragen und hat seine Sorgen lieber an seine Eltern weitergereicht.

Mehrere Stunden habe ich damit zugebracht, ein Bild einer Packung Koppellack in alten Zeitungen aufzufinden, erfolglos, etwas derart profanes ist damals wohl nicht beworben worden. Dafür bin ich aber über eine Zeitungsmeldung gestolpert, die 1933 durch etliche Blätter ging. Zum 120. Geburtstag des Eisernen Kreuzes wurde vermeldet, die ersten dieser Orden seien 1813 im Feldlager vor Lüneburg von Offizieren aus Blech, weißem Grenadierputz (Grenadiere trugen weißes Leder) und Koppellack selber fabriziert worden und der preußische König hätte sie noch vor Ort verliehen. Und Grenadierputz und Koppellack, stand im selben Artikel, hätte jeder Offiziersbursche "in Unmengen mit sich herumgeschleppt".


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