Alexander Ruhe: 1904 - im Baedeker vergessen - die Maskensteine der Frankfurter Altstadt. Januar 2019

Ein Artikel aus der Reihe: Frankfurter Zeitungs-Archäologie

 

Die Frankfurter Fachwerkaltstadt war vor dem Krieg die größte und schönste ganz Deutschlands. In Nürnberg behauptet man das zwar auch, aber mittlerweile ist erwiesen - die Frankfurter hatten recht.

Wofür Frankfurt aber ganz alleine stand und das war auch früher schon weitgehend unbekannt, obwohl schon Victor Hugo sich ihretwegen 1842 zu Begeisterungsstürmen hat hinreißen lassen, dass waren die Frankfurter Maskensteine, die Schluss- oder auch Tragsteine von Torbögen, Fenstereinfassungen oder auch des oberen Geschoßes. Oft waren diese Maskensteine gar der einzige Schmuck, aber wie einfach so ein Fachwerkhaus auch war, am Maskenstein wurde dann doch nicht gespart. Eine Vielzahl von Grimassen und Fratzen starrte auf die alten Frankfurter, wenn sie in der Altstadt ihrem Tagwerk nachgingen.

1904 konnte man in einer Frankfurter Zeitung lesen: "Wahrscheinlich, wenn diese Sachen in einer italienischen Stadt zu sehen wären, so ständen sie im Baedeker...". Für den Baedeker ist es jetzt zu spät, aber hier doch ein paar Beispiele, die bestimmt so manchem Altstadtkind das Fürchten lehrten.

 

   

   

  

 

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