Alexander Ruhe: Zank um den Bau der städtischen Kliniken in Frankfurt. Februar 2011

Ein Artikel aus der Reihe: Frankfurter Zeitungs-Archäologie

 

1871, tausende von Kriegsverwundeten waren nach Frankfurt gebracht worden, hatte sich herausgestellt, dass die Krankenhaus-Kapazitäten in Frankfurt zu gering waren. Noch im gleichen Jahr beschloss man also den Bau eines neuen, eines städtischen Krankenhauses. Schnell war auch ein Areal für den Krankenhaus-Bau gefunden. Der Stadt wurde das Willmar-Ditsch’sche Areal von 15 Morgen (ca. 3,4 Hektar) auf dem Mühlberg für 80.000 Gulden zum Kauf angeboten. Schnell regte sich in der Stadtverordnetenversammlung aber Protest; man möge doch auf dem „schönstgelegenen Punkt Frankfurts“ kein Krankenhaus errichten, das mindere doch nur den Wert der umliegenden Grundstücke, so dass man dort nicht baute.

Man fand aber eine andere Lage, an der Friedberger Landstraße. Aber auch hier gab es Stimmen, die dagegen sprachen, nicht zuletzt eine Gruppe von Immobilieninvestoren die meinten, man hätte hier nie in Grundstücke investiert, wenn man gewusst hätte, dass hier ein Krankenhaus gebaut würde. Angeführt wurde diese Gruppe von Baron Carl von Rothschild, der das Areal kurzerhand kaufte, womit auch dieser Plan wieder vom Tisch war. Auch ein Plan, an der Eschersheimer Landstraße zu bauen scheiterte schnell.

1876 schlug der Magistrat vor im Kettenhofweg zu bauen, was die Stadtverordnetenversammlung aber ablehnte und es kam der Gegenvorschlag, man möge doch das Fischerfeld hochwasserfrei aufschütten und dann da das Krankenhaus bauen, was aber jetzt der Ostend-Verein ganz und gar nicht lustig fand.

Erst 1881 war es dann soweit, man hatte weit außerhalb, am Ende der Gartenstraße, in der Nähe des Kohlehafens ein Areal, wo sich niemand gestört fühlte und man errichtete dort zwischen 1881 und 93 den ersten Bauabschnitt der städtischen Kliniken, der heutigen Uni-Klinik.

 

Hörbuch vom gleichen Autor

Anderen Artikel lesen